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Mit Spaßfaktor in Richtung Südsee

Es ist schon wieder eine ganze Weile her, dass ich einen ausführlicheren Bericht zur Teilnahme von DL0SN am SSB-Fieldday und am SSB-WAE versprochen habe. Jetzt möchte ich dieses Versprechen endlich einlösen und – weil es so lange gedauert hat – wird ein Dreiteiler daraus…

Fieldday
Die Teilnahme am SSB-Fieldday am ersten September-Wochenende ist im Grunde genommen zum Selbstläufer geworden. Der Wettbewerb hat mittlerweile eine große Tradition und mindestens einmal im Jahr im Grünen funken muss einfach sein.

So traf sich also das Team von DL0SN nachmittags am 2. September, um schon einmal mit dem Aufbau der ersten Antennen zu beginnen. Wir wollten wie üblich in der Klasse „Multi Operator, Low Power, Assisted“ an den Start gehen, da gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich Art und Anzahl der Antennen.

Bei schönem und trockenem Wetter ging die Arbeit schnell voran und am frühen Abend stand der Pneumatikmast mit KT-34-Beam mitsamt den Draht-Dipolen für 80 und 40 Meter. Feierabend.

DL8VK bei der Antennenmontage

DL8VK bei der Antennenmontage

Am Samstagmorgen ging es dann weiter: das übrige Material wurde angeliefert, als Shack sollte einmal mehr das Innere eines Lieferwagens dienen. Generator und Stationstisch mitsamt Geräten wurden aufgestellt, Kabel wurden verlegt. Mittags dann eine Pause mit einem leckeren Eintopf und einem Pils, frisch vom Fass.

Auf der Nachbarwiese wurde nachmittags dann noch die HF2-Groundplane mit abgestimmten, elevated Radials aufgestellt, während im Wagen Funkgerät und Computer aktiviert und getestet wurden. Natürlich wurde auch das SWR der bereits errichteten Antennen gemessen, alles bestens!

Als der Contest dann um 15.00 Uhr Küchenzeit begann, gab es erst einmal einen Schreck, gefolgt von Rätselraten:  unsere ersten Anrufe waren alle vergeblich, niemand schien uns zu hören – und das bei den guten Antennen und dem Top-Standort. Was war die Ursache? Am Transceiver leuchtete die Anzeige für hohes SWR, aber die Antennen hatten wir doch durchgemessen!?! Nun, wir konnten die Ursache nicht wirklich klären, aber das Einschalten des Antennentuners beseitigte das Problem. Mit einer halben Stunde Verspätung starteten wir also aktiv in den Betrieb. 10 Meter war tot, auf dem 15-Meter-Band war es ruhig, aber es waren doch einige DX-Stationen am Persischen Golf und im Indischen Ozean zu arbeiten. Wir sind dann aber auch relativ schnell nach 20 Meter gewechselt. Dort ging es recht gut nach Osten: Japan, Brunei, Thailand, Malaysia, China, Singapur – alles da. Es lief ja auch zeitgleich der All-Asian-Contest und so war das Angebot an asiatischen Stationen recht groß.

Zum Sonnenuntergang wurde die Groundplane eingeweiht: QSOs auf 40 Meter in etliche Länder der oben erwähnten Region. Dann wieder zurück nach 14 MHz um die Nordamerikaner nicht zu vergessen. Bei den Kontakten mit deutschen Stationen merkten wir, dass viele schon deutlich höhere Seriennummern vergaben. Den Rückstand wollten wir in der Nacht verringern. Auf 80 Meter liefen dann auch gute Serien, wir hatten dort und auf 40 Meter noch nicht viel gefunkt. Als am Morgen dann langsam auch wieder höhere Frequenzen nutzbar wurden, merkte man, dass die Bedingungen nicht wirklich optimal waren. Die üblichen QSOs nach VK/ZL kamen diesmal leider nicht zustande.

Es fing dann am Vormittag auch an zu regnen und gegen 13.00 Uhr gab es ein kurzes Gewitter mit heftigem Regen, eine halbe Stunde lang war wegen statischer Aufladungen kein Funkbetrieb möglich, zweitweise konnte man den Störungen durch Wechsel auf ein anderes Band aus dem Weg gehen.

...gar nicht mehr sonnig...

…gar nicht mehr sonnig…

Zum Contestende standen dann 667 QSOs, 167 Multis und rund 372.000 Punkte im Log. Das sollte reichen, um keinen der hintersten Plätze zu belegen, dachten wir.

Rechtzeitig waren unsere treuen Helfer wieder vor Ort und der Abbau der Station, das Aufrollen der Kabel und Verstauen der Ausrüstung ging zügig vonstatten. Der Entschluss, sich in sechs Tagen dort wieder einzufinden, um auch am SSB-Teil des „Worked All Europeans DX Contest“ teilzunehmen, blieb aber stehen.

Worked All Europeans DX Contest (WAE)
Gegen Ende der Woche bekamen unsere Antennen noch Zuwachs: für den nächtlichen DX-Betrieb auf den Low-Bands sind Beverage-Antennen äußerst nützlich. Wir haben zwei dieser 180 Meter langen Hör-Antennen und dort haben wir auch den Platz dafür.

Am Freitagnachmittag haben wir uns also wieder am Standort getroffen, um die Antennen zu verkabeln, die Station – diesmal mit Linear – aufzubauen und einzurichten. Obwohl der WAE erst um 02.00 Uhr (Küchenzeit) in der Nacht beginnt, müssen wir schon nachmittags ran, da viele Dinge bei Tageslicht einfach besser von der Hand gehen. Wenn alles fertig ist, gibt es noch Gelegenheit für Gespräche, unterstützt vom einen oder anderen Getränk aus der üblichen Quelle.

Dies sollte unsere zehnte WAE-Teilnahme als Team werden. Über die Jahre hat Uwe, DL9US immer den Start übernommen, so auch diesmal. Für die harten Nachtschichten scheint er der richtige Mann zu sein. Es lief von Anfang an besser als im Fieldday, sogar das 20-Meter-Band war noch eine ganze Weile in Richtung Amerika nutzbar. Danach wurde umgeschaltet auf 40 Meter und auch dort konnte ordentlich Betrieb gemacht werden. Die ersten QTCs kamen auch nach und nach ins Log und auf dem 80-Meter-Band wurden erst einmal nur Multiplikatoren gearbeitet.

Nachdem morgens die ersten Neuseeländer auf 40 gearbeitet wurden, war es später an der Zeit, den Beam zu aktivieren und auf 14 MHz umzuschalten. Nach und nach kamen fast alle Rufzeichengebiete von Australien und einige ZLs ins Log, aber auch Ost-Kiribati wurde gearbeitet und es gab Anrufe aus Tonga und den südlichen Cook-Inseln. So macht Contest Spaß!

Gegen 09.00 Uhr wurde Uwe dann endlich abgelöst. In der Folgezeit ging die QSO-Rate zurück, was zu der Tageszeit aber normal ist. Wir haben das dazu genutzt, die DX-Stationen um QTCs zu bitten. Das hat auch gut funktioniert und der OP hatte weiter gut zu tun. Am Nachmittag konnten wir eine kurze Öffnung nutzen, um einige QSOs auf dem 10-Meter-Band zu machen. Ansonsten ging wie so oft viel in Richtung Amerika. Mit einsetzender Dämmerung wurde Grey-Line-DX auf 40 Meter gemacht: Hongkong, Japan, Australien, Sibirien – es kamen einige Multiplier mit teilweise starken Signalen ins Log. Danach konnten wir bis zum frühen Sonntag auf 20 Meter bleiben, ehe in der zweiten Nachthälfte wieder Betrieb auf 40 und 80 Meter angesagt war.

Am Sonntag arbeitet man sich dann mit dem Hellwerden wieder auf höhere Frequenzen und auch das Sammeln von QTCs geht wieder los. Allgemein ist sonntags die Gebefreudigkeit etwas höher, die DX-Stationen haben auch viele QSOs gefahren und müssen die QTCs loswerden, das bringt auch ihnen Punkte.

Bei schönstem Sommerwetter konnten wir unseren Funkbetrieb routiniert fortsetzen, unterbrochen von Essen und Trinken (was sonst…).

Sonnenuntergang bei DL0SN

Sonnenuntergang bei DL0SN

Zum Sonntagabend hin hat unser Nachtarbeiter Uwe dann Dienstschluss, die Station wird für die letzte Nacht von DJ8WK übernommen. Zur Dämmerung gehen wieder einige QSOs und auch der Austausch von QTCs aus Neuseeland auf 40 Meter (die Beverage-Antennen sind toll!). Auf 15 und 20 Meter rappelt sich einiges zusammen, es gibt auch immer wieder QTCs. Bis auf einige Ausflüge auf 40 und 80 Meter bleiben wir auf 20 Meter. Kurz vor Schluss bildet ein Anruf aus Pitcairn ein letztes Highlight, das letzte QSO läuft tatsächlich um 23.59 UTC.

Am Ende stehen 1.155 DX-QSOS im Log, 980 QTCs, 616 Multiplier und rund 1.315.000 Punkte. Wir sind wieder einmal Millionäre – und mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Die Station wird abgeschaltet, Peter DL4KM hält vor Ort schlafend Wache und morgens gegen 09.30 Uhr treffen sich die unermüdlichen Helfer um Station und Antennen zügig, aber geordnet abzubauen und für den Rücktransport zu verstauen. Nach vier Stunden Arbeit konnten wir Feldweg und die Wiesen den Bauern wieder überlassen.

Claimed Scores zum FD und WAE
Am 23. September waren dann die „Claimed Scores“ zum SSB-Fieldday draußen. Wir konnten es kaum glauben, aber DL0SN/P führte die Ergebnisliste mit großem Abstand zum Zweiten an, trotz holprigem Start und Gewitterpause. Wir hatten ein paar QSOs weniger als die Verfolger, aber die Anzahl der Multis machte den Unterschied. Na, da machte sich schon einmal große Freude breit.

Ende September dann der nächste Kracher: bei den „Claimed Scores“ zum WAE-Contest liegt DL0SN auf dem zweiten Platz, hinter DF0HQ – und das nicht nur in Deutschland, wir sind diesmal sogar die zweitbeste Station in Europa! Wir wollen aber nicht verschweigen, dass beim 2016er WAE auch zwei oder drei Stationen gefehlt haben, die üblicherweise vor uns zu finden sind. Aber egal: selbstverständlich freuen wir uns über solch ein Resultat!

Durch diese beiden Top-Ergebnisse wurden wir natürlich angespornt, am dritten Oktober-Wochenende noch ein weiteres Mal anzutreten: die Teilnahme am „Worked All Germany Contest“ stand an. Das WAG-Ergebnis fließt zusammen mit dem jeweils besten Ergebnis aus den beiden Fielddays und den drei Varianten des WAE in die Wertung zum Kurzwellenpokal der Mehrmann-Stationen ein. Unsere Basis war nie besser als in diesem Herbst!

Worked All Germany Contest (WAG)
Unsere Station zum WAG sollte die gleiche sein, wie wir sie zur Teilnahme am WAE zur Verfügung hatten. Der einzige Unterschied: die Groundplane wurde diesmal auf dem Kurbelmast von DL1DKS aufgebaut. Das geht schneller, dennoch mussten wir am Samstag konzentriert arbeiten, um alle Antennen auf den Wiesen zu verteilen.

Vertical HF2V

Vertical HF2V

Der WAG startet erst am späten Nachmittag, die ersten QSOs wurden noch auf dem 10-Meter-Band gefahren, solange dieses noch offen war. Mit zunehmender Tageszeit klettert man dann die Frequenzen herunter. Im WAG können alle Stationen gearbeitet werden, wobei ein DX-QSO mehr Punkte bringt als ein EU-QSO, was aber wiederum höher gewichtet wird, als ein QSO innerhalb des Landes. Als Multi-OP-Station kann man im „Mixed-Mode“, also Morsetelegrafie und Sprechfunk gemischt, arbeiten. Abends waren aber erst einmal nur die OP vor Ort, die wenig Routine als Tastfunker haben. Dennoch wurde zwischendurch der ein und der andere Multi auch in CW gearbeitet.

DL4KM

DL4KM

Für ein paar Stunden am Sonntag standen uns mit DK1WI und DL5DBY auch zwei geübte CW-OP zur Verfügung, die dann eine ordentliche Reihe Telegrafie-Verbindungen ins Log brachten.

Zum Contest-Ende standen dann rund 1.420 Funkverbindungen im Logbuch, diesmal wieder überwiegend in SSB. Mit der Anzahl der Multis waren wir nicht rundum zufrieden, aber die Ausbeute von 1.082.000 Punkten war letztlich nicht schlecht.

Weil wieder genügend Helfer pünktlich vor Ort waren, waren wir in der Lage, Station und Antennen noch knapp vor dem Dunkelwerden für den Rücktransport vorbereitet zu haben. Lediglich die Groundplane blieb bis zum Montag auf der Wiese und wurde erst dann heruntergenommen.

 

Erstes Fazit nach zusammen 96 Stunden Kurzwellen-Contest in sechs Wochen: anstrengend, aber mit jeder Menge Freude am Hobby verbunden. Wir hatten in diesem Jahr sehr viel Glück mit dem Wetter, was die Teilnahme mit einer Station auf freiem Feld deutlich angenehmer macht. Und ja, bei den Contest-Aktivitäten von DL0SN gibt es sowohl Bier als auch Kaffee und nicht bloß Tee, Fruchtsäfte, leichte Kost und ein Stück Schokolade. Unsere Küche kann sich mehr als sehen, und vor allem schmecken lassen – ein riesiges Dankeschön an die XYLs, die uns mit Eintöpfen, Salat, Brötchen  und Kuchen versorgt haben. Der Dank geht aber auch an die gesamte Crew, die den mehrmaligen Auf- und Abbau der Station mitgemacht und ermöglicht hat. Und natürlich auch an die beiden Landwirte, die uns vor Ort gewähren lassen. Es hat uns gefreut – wir kommen wieder…

Stefan, DJ8WK

SSB-Fieldday - Claimed Scores

Hallo Funkfreunde,

schon wenige Tage nach Einsendeschluss der Logbücher zum SSB-Fieldday sind am Freitag, 23.09. die eingereichten Ergebnisse (“claimed scores”) veröffentlicht worden.

Wir hatten für unsere Station “DL0SN/P” mit einem guten Ergebnis, in etwa unter den ersten Fünf, gerechnet. Dass wir dann aber in der Ergebnisliste mit wirklich großem Abstand auf dem ersten Platz liegen, hat sicher niemand erwartet. Offenbar waren wir auf dem richtigen Kurs, das doch sehr ruhig erscheinende 15-Meter-Band nicht als “Brachland” zu betrachten und speziell am Samstag erst einmal auf den hohen Frequenzen zu arbeiten.

In den “claimed scores” rangiert DL0SN/P mit 667 QSOs, 167 Multis und 372.911 Punkten deutlich vor DL0GC/P mit 671 QSOs, 130 Multis und 297.440 Punkten sowie DP6T/P mit 637 QSOs, 127 Multis und 276.352 Punkten.

Nun sind das ja erst einmal nur die eingereichten, also noch ungeprüften Ergebnisse, aber ein dritter Contest-Sieg im SSB-Fieldday liegt hier deutlich in der Luft.

Jetzt beginnt das spannende Warten auf die Endergebnisse, unterbrochen vom Warten auf die “claimed scores” zum WAE-DX-Contest, den wir nur eine Woche später ebenfalls bestritten haben.

Sobald sich Zeit und Gelegenheit ergibt, folgt ein ausführlicher Bericht zu beiden Wettbewerben.

Stefan, DJ8WK